Herwig

 


"Er nennt sich Herwig. Vielleicht noch Herwig K. Das "K" steht für Kaschinski.Doch genau so wie er auf alles Akademische pfeift und sich als Autodidakt bezeichnet, ist er auch in der Namensgebung eigenwillig und hat, nach eigener Aussage, mit der übrigen Kunstszene wenig im Sinn.

Geboren ist er 1934 in Stettin, seit 30 Jahren wohnt er in München Schwabing. Um den Erich-Mühsam-Platz kennt ihn jeder als den "den Maler aus der Siegfriedstrasse". Seine Wohnung strahlt den chaotisch liebenswerten Charme eines Künstlerateliers im Sinne der Schwabinger Tradition aus. Im Gespräch weist sich Herwig als Nietzsche-Kenner aus, Schopenhauer und Kant sind ihm vertraut.Entsprechende Gesprächzirkel meidet er. Die Philosophen finden sich in seinen Bildern wieder. Die Fragen nach Vergänglichkeit, Zerfall, Dauer, Zeit meditiert er im Formenkanon seiner Gemälde.

 

Bewusst zu malen begann er mit 19 Jahren, zunächst noch sehr figurativ, stellte in den 80er Jahren in Hildesheim, Nürnberg und Hannover aus, war selber künstlerischer Leiter der Junior Galerie in Hannover. Die Bilder zeigen meist großformatige, auf Rupfen gemalte, magische Stilleben, die eine ruhige Balance, ein stilles Gleichgewicht ausstrahlen. Die statischen Kompositionen aus Kugeln, Zylindern, Schnecken enthalten insgeheim das Moment der Bewegung: das Pendel könnte jederzeit ausschwingen, die Kugelschale weiter aufreißen. So entsteht eine Spannung, ein Geheimnis, dem sich der Betrachter nur schwer entziehen kann. Wir können froh sein, Herwig, nachdem er lange Jahre zurückgezogen gelebt hat, wieder entdeckt zu haben und somit seine Kunst wieder, öffentlich wird".